Unsere Reise. 🇦🇹🇩🇪🇫🇷🇮🇪🇫🇷🇧🇪🇩🇪🇦🇹
Wen’s interessiert ….
Es geht von Wien über Tübingen nach Nantes, in die Bretagne, nach Irland und später alles wieder retour. Details hier im Laufe der Zeit.

Wir haben uns heuer sehr viel vorgenommen. Schon länger hatten Carmel Lee und ich die Idee längere Zeit in Irland zu verbringen. Heuer haben wir endlich die Zeit gefunden und beschlossen mit dem Auto den ganzen Weg zu fahren. Da können wir auch all das Zeug mitnehmen, das man so braucht in zwei Monaten. Golfschläger, E-Trollies, Ausrüstung – nicht zu vergessen die Nespresso-Maschine. Ohne die geht gar nichts.
Viele unserer Freundinnen und Freunde sagten vor der Abreise: „Und schickt auch manchmal eine Mitteilung, wie es Euch geht und ein paar Bilder.“
Ich weiß, die vielen WhatsApps, Threemas, Signals usw. können ganz schön nerven.
Daher habe ich beschlossen diesen Blog einzurichten. Ihr könnt selbst entscheiden ob, wann und wie oft Ihr nachschauen wollt, um uns zu folgen.
Tag 1 🇦🇹🇩🇪28. Mai 2025
Heute bin ich um 06:01 in der Lederergasse gestartet und gemütlich um 15:15 in Tübingen eingetroffen. Mit Freuden wurde ich von Nadja und den Kindern Philippa und Arthur empfangen, bald kam Sebastian dazu, wir haben bei einem netten Abend die Details besprochen, denn bis zum 31.5. abends darf ich die beiden Enkelkinder alleine betreuen.
Dann geht es wirklich los. Nach Frankreich 🇫🇷 zunächst.
Tag 3 🇩🇪 30. Mai 2025
Enkelkinderbetreuung, Großtati-Dienst. Philippa ist ja recht selbständig, mit Arthur muss ich aber viel unternehmen, er braucht Bewegung und Auslauf. Gestern hatten wir noch einen angesagten Chill-Tag, aber heute ging’s zur Sache. Mein Herr Enkel hat mich auf gleich zwei Fahrradausflüge geschleppt, jeweils 16km, während die junge Dame mit drei Freundinnen im Freibad war. Endlich Sommer!
Wer meine Liebe zum Radfahren kennt weiß, was das für mich bedeutet. Aber mit einem guten Fahrrad ist auch das zu machen. Danke Sebastian. Auch wenn der E-Antrieb bei Dir noch in den eigenen Beinen steckt. So mache ich wenigstens Training.
Tag 5 🇩🇪 01. Juni 2025
Gestern war ein prachtvoller Tag und heute ist es auch recht schön und nicht mehr ganz so heiß. Eine gute Gelegenheit um mit Arthur eine 20km Radtour mit Jause am Schwärlocher Hof zu unternehmen und nachher Philippa, die die Gesellschaft mit Freundinnen vorzieht, doch noch die Innenstadt von Tübingen zu besuchen. San Marco Eissalon sei Dank hat keiner was dagegen.

Tag 6 🇩🇪 🇫🇷 02. Juni 2025
Heute war nun wirklich der Start in den Westen, die Fahrt nach Frankreich hat um 09:21 in Tübingen begonnen und ich bin am Nachmittag in La Fermette Champenoise in Jonquery, mitten in der Champagne südlich von Reims gelandet.

Ein herrliches Dorf mitten in wogenden Weizenfeldern umgeben von Weinbergen. Ich bin der einzige Gast und werde von Valerie umhegt und umsorgt.
Spezialitäten aus der Gegend mit einer Flasche Champagner. Es könnte mir viel schlechter gehen.

Tag 7 🇫🇷 03. Juni 2025
Es war eine herrlich ruhige Nacht mit 11 Stunden Schlaf. Kurz vor Mitternacht hatte nur Frau Bussard etwas gegen die Avancen von Herrn Bussard, der offenbar etwas mehr Zuwendung eingefordert hat. Die beiden haben ziemlich gelärmt und sind immer lauter geworden. Zum Glück hat ein Käuzchen dann die Mediation übernommen. Dann war Ruhe.
Nach einem gemütlichen Frühstück bin ich nach Epernay aufgebrochen, der Champagnerhauptstadt.


Für die lange Reise musste ich doch noch ein bisschen einkaufen. Die weitere Strecke bis Nantes gestaltete sich unauffällig, nur der Pariser Südring war stop-and-go, aber ich war rechtzeitig in Nantes Aeroport Atlantique. Was mir genau gar nichts genützt hat. Carmel Lee hatte schon vorgestern auf dem Rückflug von Frankfurt nach Wien 2 Stunden Verspätung wegen Gewitter, heute waren es fast drei wegen eines technischen Gebrechens. Unglücklicherweise ist sie wieder über Frankfurt geflogen.
Nun sind wir aber endlich vereint und unsere gemeinsame Reise hat begonnen. Wir sind im Maison de Pecheur in Piriac-sur-mer und probieren die erste Flasche Champagner aus meinem Sortiment.
Tag 8 🇫🇷 04. Juni 2025
Es zieht sich der Weg un den äüßersten Westen nach Finistere. Wir mussten über Concarneau fahren und im L’Amiral

einen petit café trinken. Inspektor Dupin läßt grüßen. Für alle, die den bislang 13-bändigen Bretagne Reiseführer von Luc Banalec mit ein bisschen Krimi zwischendurch nicht kennen: Es sei zur Lektüre dringend empfohlen. https://www.buecherserien.de/jean-luc-bannalec/


Nun sind wir also in Le Conquet angekommen, einem entzückenden, sehr mittelalterlichen Fischerdorf. Malerische Kulisse, äußerst romantisch. Und die Austern und Muscheln waren ein Gedicht.

Fast 5m Tidenhub, interessantes Schauspiel in einem Gezeitenhafen.


Tag 9 🇫🇷 05. Juni 2025
Ile Ouessant stand heute auf dem Programm. Fähre 09:00 von Le Conquet. Wir haben aber vor lauter Regen kaum die Halbinsel Kermorvan vis-a-vis gesehen und daher die Seereise auf morgen verschoben. War sicher auch besser für unsere Mägen, denn der Wind blies mit 55km/h den Regen daher und die Wellen waren entsprechend.
Wir haben etwas abgewartet und dann, als der Regen nachgelassen hatte, einen Spaziergang zum Leuchtturm Kermorvan gemacht.


Das Nachlassen des Regens war allerdings von sehr kurzer Dauer. Aber wir sind ja schon auf Irland eingestellt.

Ein Menhir steht auch auf der Halbinsel
Bei der Louise de Bretagne haben wir Galettes und Crêpes gegessen und nun freuen wir uns auf eine Wetterbesserung und einen neuen Versuch morgen Ouessant zu erreichen.

Tag 10 🇫🇷 06. Juni 2025
Super! Wir haben es geschafft. Ouessant zeigte sich nach etwas mehr als einer Stunde Überfahrt über das Mer d‘Iroise bei etwas rauher See und Wind mit Regenböen von ihrer besten Seite. Mit unseren e-bikes haben wir die ganze Insel erkundet, all die Leuchttürme, den uralten Steinkreis, die nette Hauptstadt Lampaul und unheimlich viel Gegend. Wie schon im Roman von Luc Banalec beschrieben treten die Schafe wirklich immer schwarz und weiß 1+1 auf. Erstaunlich. Eine ganz tolle Stimmung herrscht hier.



Am Nachmittag ging’s dann zurück, ab ins Auto und nach Roscoff im Norden, wo unsere Fähre um 23:00 abgelegt hat. Tolle Organisation übrigens, ich glaube wir waren mit allen Formalitäten in 30 Minuten an Bord. Hatten noch einen Drink in der Bar und dann ab in die Koje. Morgen geht es ja dann nach West-Cork, wo wir die Kinder und Enkelkinder treffen werden.
Tag 11 🇮🇪 07. Juni 2025
So pünktlich, wie wir abgefahren sind, sind wir auch in Cork gelandet und waren wiederum in keinen 15 Minuten von Bord. Wir haben noch einen kleinen Ausflug nach Inisshannon und Kilmacsimon (ich liebe diese Namen!) gemacht. Und da ist es leider passiert: Wir hatten einen Frontalzusammenstoß mit einer Dame aus der Gegend, zum Glück mit glimpflichen Folgen für die drei beteiligten Menschen. Carmel Lee hat sich den linken Radiusknochen gebrochen, ich habe ein paar Abschürfungen am Arm vom Airbag und die „gegnerische“ Lady hat einen Schock und Nasenbluten. Es war leider meine Schuld, es ist in Irland besser die linke Straßenseite zu benutzen und nicht die rechte.


Also Frontalzusammenstoß, 2 mal Totalschaden und viele Stunden mit der Gardea der hilfsbereiten Irischen Polizei. Alle waren unglaublich nett, freundlich und hilfsbereit, die Garda, die Feuerwehr, der Abschleppdienst, die Rettung, die Paramedics, das Krankenhaus. Unglaublich. Und jeder kennt jeden, ist mit jemandem in die Schule gegangen oder befreundet. Mariann, Freundin der Pauls in Kilkilleen, hat ihre Tochter Grace organisiert, die mit dem geräumigeren Auto ihrer Schwester zu uns gefahren ist um uns und unser gesamtes Gepäck abzuholen, mich zur Garda zu begleiten, wo ich kurzfristig inhaftiert werden musste („do you need a glass of water, Dieter? Officially you are arrested, you know, at the moment, but I leave the door open“). Alles wurde in angenehm ruhiger Atmosphäre abgewickelt. Grace und ich haben dann Carmel Lee vom Spital in Cork abgeholt und um 20:00 waren wir endlich in Kilkilleen at Carmel’s View. Sebastian, Nadja und Philippa und Arthur wurden schon von Mariann empfangen und untergebracht und wir hatten ja heute Abend alle noch allerhand zu erzählen.
Den Umständen entsprechend geht es uns recht gut, der gebrochene Arm von C. schmerzt natürlich und ein paar Pläne werden wir ändern müssen, aber alle sind am Leben und munter und das Auto ist halt hin. Wir machen einen neuen Plan, Lösungsorientierung steht ja bei uns allen immer im Vordergrund.
Tag 12 🇮🇪 08. Juni 2025
Momentan hat’s sich’s ein bisschen verschworen gegen uns. Wir hatten keinen Internet-Zugang, was angesichts der diversen Notwendigkeiten von Schadensmeldungen und Leihwagenorganisation mühsam ist. Da wir unsere Roaming-Guthaben schon auf dem Weg hierher aufgebraucht hatten (kein Wlan in den Unterkünften, daher oft Hotspots und dann diue Navigation durch Frankreich, die Hörbücher, es summiert sich), konnten wir uns auch nicht mit dem Handy behelfen. Aber dank Airalo (danke lieber Heinz) sind wir wieder online.

Dafür hatten wir wieder die Glücksmomente: Grace hat mir heute ihr Auto geborgt, obwohl sie meine Meisterleistung gestern gesehen hat und der Garda-Beamte, der den Unfall gestern aufgenommen hat, rief uns um 19:30 an, wie es uns gehe und dass unsere Gegenerin nicht wirklich zu Schaden gekommen ist. Sowas von freundlich und umsichtig.

Wir waren am Strand spazieren, Philippa und Arthur haben eine große Muschelsammlung angelegt, alle Farben spielen die. Ein Ausflug nach Skibbereen war das Nachmittagsprogramm und dann eine exzessive Partie Monopoly. Arthur und ich haben verloren.

Tag 13🇮🇪 09. Juni 2025
Das Wetter gestaltet sich etwas Irish diesmal, wobei die sunny spells sich rar machen, aber die light showers zeigen sich von ihrer besten Seite. Macht nix, wir sind ja wetterfest. Das Ziel war die Beara-Halbinsel mit Quayside, dann über den Healy-Pass nach Kenmare mit Steinkreisen auf der Rückfahrt und einem kleinen Spaziergang in Ballydehop. Montags sind leider alle Cafés und Pubs zu, daher Essen zu Hause.

Ich habe mir in der Zwischenzeit einen Volvo X60 in Cork gemietet um unsere Mobilität wiederherzustellen und habe den BMW X1 endgültig ausgeleert. Carmel Lee leidet unter ihren Verletzungen, aber psychisch haben wir den Unfall recht gut weggesteckt und sind froh, dass wir recht wenig blessiert überlebt haben. Mit den Kindern haben wir eine gute Zeit und auch das hilft uns gut über den unnötigen Unfall hinweg.

Tag 14 🇮🇪 10. Juni 2025
Mein absolutes Lieblingsausflugsziel ist Three Castle Head oder Dúnlough Castle auf der Halbinsel vis-a-vis. Das kann ich niemandem vorenthalten, schon gar nicht den Kindern, auch, wenn sie den Anstieg gar zunächst nicht nicht goutieren entschädigt die Anlage für alles. Und das bei bestem Wetter und strahlenedem Sonnenschein.

Und letztlich sind es nur drei Kilometer, sodass wir Mizen Head mit seinen 99 Stufen auch gleich mitgenommen haben.

Das Essen in The Bunratty Inn in Schull war daher wirklich verdient.

Und auch das neue alkoholfreie Guinness 0,0 hat uns Autofahrern sehr gut geschmeckt.

Tag 15 🇮🇪 11. Juni 2025
Baltimore muss einfach sein, wenn man in der Gegend ist, und dann ist auch eine Bootsfahrt mit der Möglichkeit die Inselwelt zu erkunden eine Notwendigkeit, ein paar Delphine und Robben inklusive.


Fish & Chips in Jacob’s Bar mit Blick über den Hafen ist auch immer schön. Heute wegen der sehr dichten Luftfeuchtigkeit und entsprechender Temperatur leider drinnen und auch ohne Irishe jam session der sonst hier zahlreichen Musikbegeisterten.
Auch das Ringfort at Bull’s Port hat uns fasziniert, mehr Sebastian und mich natürlich.

Tag 16 🇮🇪 12. Juni 2025
Der Morgen war so nebelig, dass wir keine hundert Meter Sicht hatten. Da hat uns Sebastian mit enem full Irish breakfast den Start in den Tag erleichtert.

Ein weiteres wirkliches Juwel in West Cork ist Kinsale. Da mussten wir hin. Es war warm, aber nebelig wie im November mit drizzle und daher war der Drombeg Stonecircle am Weg absolut mystisch.


Die Stadt ist so sauber und aufgeräumt mit ihren bunten Häusern und den vielen Geschäften und dem riesigen Segelhafen in der natürlichen Bucht. Am Wochenende wird ein großes Musikfestival sein, einige der Boote waren daher schon über die Toppen geflaggt.


Morgen geht es ja dann nach Galway und Connamara, daher hatten wir unser letztes Abendessen im Church restaurant in Skibbereen.

Tag 17 🇮🇪 13. Juni 2025
Freitag, der 13. Naja, wir sind ja nicht abergläubisch.
Es war schon klar, dass heute ein sehr anstrengender Tag sein wird, wir verlegen unseren Wohnsitz für den zweiten Teil von West Cork nach Connamara westlich von Galway. Da füge ich doch mal eine Karte hinzu, zwecks besserer Übersicht.

Auf dem Weg liegt der Rock of Cashel. Dieser wichtig(st)e Königssitz Irlands ist eine beeindruckende Festung und seit Urzeiten besiedelt auch König Colgú und seine Schwester Fidelma wohnten hier und die Romane von Peter Tremayne spielen hier. Die ersten 34 haben wir schon gelesen, im Juli erscheint#36.


Dann noch ein kleiner Zwischenstopp in Crossogue Stud westlich von Thurles, einem Reitgut, wo Kinder für 2 Wochen Ferien mit Reiten und English verbringen können. Schau’n ma mal.
Und weiter geht es nach Limerick, Galway City und schließlich kommen wir nach 10 Stunden in Carraroe an. Das war sehr anstrengend zu fahren, der halbe Weg sind doch die relativ schmalen Irish Roads, nur die Hälfte Autobahn. Das Haus ist sehr schön, liegt an einem See und nur wenig vom Coral Strand entfernt. Darüber dann in den nächsten Tagen.
Aber es wäre nicht Freitag, der 13., wenn nicht doch wieder etwas passiert wäre. Diesmal nicht hier, sondern zu Hause in der Lederergasse. Überschwemmung. Im 4. Stock! Essplatz und Küche unter Wasser, Teppiche naß, Parkettboden aufgezogen. Ein offenbar ungewöhnlich starker Regenguss hat aus der Terrasse einen Pool gemacht, der Abfluss hat sich verstopft und es ist alles unter der Terrassentür hereingekommen. Sollte man nicht glauben. Zum Glück habe ich unseren Installateur im Haus am Freitag um 13:15 noch erreicht, einen Schlüssel für ihn organisiert und er und unser sehr netter Nachbar Bernhard, bei dem es unter uns zum wiederholten Male aus der Decke tropft, helfen uns. Sowas passiert nur, wenn man weit weg ist und eigentlich selber gar nichts machen kann.

Tag 18 🇮🇪 14. Juni 2025

Wir haben uns einen Erholungstag gegönnt. Das Wetter hat auch mitgespielt und Philippa und Arthur waren im Atlantik schwimmen und fanden es gar nicht so kalt. Der Strand ist herrlich. Im See vor der Tür waren wir noch nicht, ist aber ein sehr schönes Wasser und auch nicht so kalt.



Sonst war es ruhig, ein kleiner Abendspaziergang führte Carmel Lee und mich noch in eines der drei pubs (neben 3 beauty salons bei geschätzt 300 Einwohnern), wo es das Guinness 0,0 sogar on draught gibt. Heute durfte es als Fußgänger aber ein richtiges sein.
Tag 19 🇮🇪 15. Juni 2025
Kleine Tour nach Norden mit Besuch bei Dan O’Hara. In dieser National Heritage Site ist der Hof eines Irischen Bauern aus dem Ende des 19. Jahrhunderts zu sehen, der dort einfach, aber glücklich mit seiner Frau und sieben Kindern lebte, bevor er nach Amerika auswandern musste, sich die Familie halbierte und nur 4 Kinder bei Pflegefamilien überlebten..


Zusätzlich befindet sich aber in der Anlage auch ein Dolmengrab, eine Kapelle aus dem 7. Jahrhundert, ein Rath (Ringfort) und ein Crannóg (Inselfort).



Connemara ist einfach eine beeindruckende, mystische Landschaft. Endlose Moore, in denen Torf gestochen wird, tausende Seen, Berge – die twelve bens – und Buchten mit sensationellen weißen Sandstränden und türkisem Wasser. Unsere kleinen Helden waren natürlich wieder im Wasser und haben den Auslauf sehr genutzt.

Zum Ausklang waren wir im Pub An Cistin und haben der Livemusik gelauscht, ein Guinness getrunken und Pool Billard gespielt, auch wenn die Kinderhände dazu noch ein bisschen zu klein sind.

Tag 20 🇮🇪 16. Juni 2025

Kylemore Abbey ist nur eine Stunde von unserem Standort entfernt und eines der Highlights in Connemara. Die Lage am See ist unbeschreiblich schön, das Haus wurde von Mitchell Henry als Geschenk an seine Frau Margaret 1867 bis 71 gebaut, leider hat sie es nur kurz genossen, weil sie bald nach der Fertigstellung in Ägypten an einer Darminfektion verstorben ist. 1920 wurde es erst eine Benediktinerinnen-Abtei und später ein Mädcheninternat.

Das hat uns samt Pony- und Fohlen-Fütterung und Besuch des Walled Garden und des Tea-House einen ganzen Tag beschäftigt.

Tag 21 🇮🇪 17. Juni 2025
Shoppen!!!! Neben Chillen eine Lieblingsbeschäftigungen der Jugend.

Daher haben wir Galway unsicher gemacht, sind durch die Stadt spaziert, haben den Straßenmusikanten gelauscht,


im Pub herrliche Scones gegessen und eben auch geschoppt.

Dazwischen ein kleiner Plausch mit dem Iren Oscar Wilde und dem Esten Edward Wilde.

Zurück wollten wir über Oughterard und haben am Weg ganz zufällig ein wirkliches highlight gesehen, Castle Aughnanure, der Stammsitz der ferocious family O’Flaherty, „a mountenous and wild people“.

Der Heimweg führte wieder durch die unglaublich beeindruckend schöne Landschaft.
Tag 22 🇮🇪 18. Juni 2025
Die Zeit rast, ich beginne die vierte Woche unserer Reise. Und was wir schon alles erlebt haben!
Der Ausflug des Tages ging um 10:30 mit der Fähre von Rossaveel nach Inish Mór. Dort haben wir Sean kennengelernt, der uns mit seinem Pferdewagen den ganzen Tag herumgeführt hat.

Das beinhaltete auch Stops, wo keine Touristen waren, wie beim TemplarMic Duach, von St. Colman Mac Duach im 7. Jahrhundert gegründet. And still standing!

Die Hauptattraktion ist Dún Aonghasa, 3000 Jahre alt, von 4 Steinwällen umgeben, auf einem mühsam zu besgteigenden Hügel in wilder Felslandschaft auf einer 100m hohen Klippe gelegen: Wozu sollte man das befestigen?


Auch das wormhole durfte nicht fehlen. Es ist einfach unglaublich, die Bruchrillen durch dieses Gestein gehen allgemein in 90° zueinander, damit schaut das immer wie künstlich gemacht aus und ist doch natürlich entstanden.


Alles in allem wieder ein traumhafter Ausflug mit so vielen neuen Eindrücken.
Tag 23 🇮🇪 19. Juni 2025
Endlich Sommer! Schon am Morgen wolkenloser Himmel. Wir müssen zum Strand! Kann natürlich nicht der Coral Strand um die Ecke sein, sondern Dog’s beach mehr als eine Stunde weg.

Denn dort ist der feine Sandstrand. Aber am Strand bei ablaufender Flut waren ein paar Quallen zu sehen, was die Badefreudigkeit enkelkinderseits zunächst stark einschränkte.

Da musste der Groß-tAtI in die Badehose steigen und mit Vollgas ins Meer laufen. Dann war der Bann gebrochen und alle schwammen bei ca 18° im Atlantik in herrlich klarem Wasser. Nur Carmel Lee hatte mit ihrem gebrochenen Arm starke Schmerzen und keine Lust auf bug-roads. Die Straßen werden hier so durch’s Moor gebaut, dass der Belag flexibel bleibt und durch die Bewegungen des Moors keine Risse entstehen. Dafür aber ordentliche Bodenwellen. Und die schupfen einen durch.

Auf dem Rückweg haben wir in Roundstone noch ein sehr nettes Café gefunden, das erst seit 5 Wochen offen hat und köstliche Cookies, Applecrumble und ausgezeichneten Espresso serviert, Tati’s (sic!) Bake Away.

Tag 24 🇮🇪 20. Juni 2025
Der Sommer findet noch einen zweiten Tag lang statt. Heute haben wir einmal wirklich lange ausgeschlafen. Die Damen haben morgens geturnt, wir waren mit den Kindern im See schwimmen. Der hat durchaus seine 20° und sehr schönes, weiches Wasser.
Das gemeinschaftliche Frühstück war üppig, das war auch der Grund, warum wir zu Fuß zur Coral Beach, Trá an dulin, gegangen sind.


Traumhaft schönes Wasser, ein paar Quallen und nach anfänglich hysterischem Geschrei haben die Kinder dann eine gefangen und auch berührt. War alles halb so schlimm. Philippa hat sich aber einen Stachel eingetreten und wurde daher mit dem Auto nach Hause gebracht. Braver Papi.


Ein Galway Hooker ist pfeilschnell an unsvorbei gesegelt, Sebastian und ich wären gerne dabei gewesen.
Die Kinder reisen morgen ab und müssen nach Tübingen, Schule und Arbeit beginnen wieder nächste Woche. Daher haben wir nochmals das Powers in Oughterartd besuchst und die Fahrt über durch diese herrlich wilde Landschaft über den Hügel gemacht. Das Irish Beef Stew war wieder excellent. Die köstliche Fish-Chowder davor war vielleicht ein bisschen zuviel. Aber gut war’s trotzdem.
Letzter Abend zu Hause also, morgen ist dann wieder großer Wechsel.

Tag 25 🇮🇪 21. Juni 2025
Der Tag der Sommersonnenwende und der Abreise ist gekommen. Nach einem noch gemütlichen letzten Frühstück sind Sebastian & Nadja mit Philippa & Arthur aufgebrochen und, um es vorwegzunehmen – nach verlängerten Wartezeiten vor dem Abflug in Dublin – in Frankfurt zu spät angekommen um den Anschluß nach Stuttgart zu bekommen und daher mit ICE, Taxi und schließlich dem eigenen Auto um 02:00 in Tübingen angekommen. 16 Stunden braucht man sonst nach Bangkok. Aber sie sind gut zu Hause angekommen.

Carmel Lee und ich haben noch den ganzen Tag gechillt, zum Glück hat es rechtzeitig geregnet und wir mussten nicht nochmals zum Strand gehen, wir waren eh zu faul.

Um 19:00 haben wir uns dann in Strandhill zum Fahy-Cousins Treffen eingefunden, Joe hat mit dem Blackrock Cottage einen entzückenden Platz ausgesucht und 18/21 first cousins (plus Begleitung waren wir 37) haben gut gegessen, viel geredet und gelacht, insgesamt einen sehr lustigen Abend verbracht und die Sperrsunde etwas ausgedehnt.


Tag 26 🇮🇪 22. Juni 2025
Die Anreise zum Lahinch Links Golf Course war noch mit einigen Regenschauern nicht sehr vielversprechend, aber am Platz selber ist bis auf einen kurzen Schauer alles trocken geblieben und der Wind war auch nicht wirklich 50km/h wie angekündigt, sondern höchstens 30, was dem Ballflug zuweilen interessante effekte hinzugefügt hat.
Die Geburtstagsrunde für Andrew & Joanne war somit einer voller Erfolg.


Zwischendurch gibt es immer wieder schöne Blicke auf das Castle.

Nach einem gemütlichen Essen im Clubhaus haben wir die 3 ½ -stündige Rückreise nach Carmel’s View in Kilkillin West Cork kanz gut überstanden. ich habe meine Selbstsicherheit auf den engen Straßen wieder gefunden, da hat mir das Fahren letzte Woche im Konvoi hinter Sebastian sehr geholfen, jetzt ist alles wie vor dem Unfall.
In Macroom, das auf dem Weg lag, haben wir uns noch vom X1 verabschiedet und den Airtag aus dem Wrack geborgen. Jetzt kann ich ihn abmelden.
Tag 27 🇮🇪 23. Juni 2025
Es war wieder einmal ein gemütlicher Chill-Tag in Kilkilleen mit recht gutem Wetter den ganzen Tag, etwas kühler als zuletzt. Wir können uns die Hitze in Wien/Tübingen überhaupt nicht vorstellen, sie geht uns auch nicht ab.
Andrew, Heinz und Dieter haben 9 Loch auf Andrew’s Haus-Golfplatz gespielt. Es war sehr lustig. 9 Abschläge aus verschiedenen Distanzen und Richtungen auf ein Hole. Ich habe immerhin par gespielt. Was man alles auf einem kleinen Grundstück machen kann.


Zum Tee haben uns dann noch Arabella & Steve auf der Durchreise besucht.

Tag 28 🇮🇪 24. Juni 2025
Der Regen hört um 10:00 auf, dann kommt etwas die Sonne durch, der Wind wird aber 30 – 40 km/h haben. Soweit der Wetterbericht. Das mit dem Wind hat gestimmt. Allerdings nur das.Trotzdem haben Sandra, Andrew, Heinz und ich 15 Löcher durchgehalten. Wir kennen ja Irish Golf. Geschwitzt haben wir nicht, ist ja auch was, wenn ich die Berichte aus Österreich verfolge mit Unwetterschwerpunkt Ebreichsdorf und Hitzestau in Wien und Tübingen.

In Skibbereen haben wir noch einen Nachmittagssnack zu uns genommen, dann etwas in Carmel’s View gechillt. Alex ist mittlerweile auch mit seiner Royal Airfield eingetroffen und wir haben alle zusammen im West Ways@Dillan’s Corner diniert.
Zum Ausklang haben wir endlich eine Runde Tarock gespielt.
Tag 29 🇮🇪 25. Juni 2025
Joanne und Heinz sind heute wieder ins heiße Wien zurückgekehrt. Carmel Lee und ich haben auf dem Weg nach Cork noch Erledigungen in Clonakilty und Kinsale gemacht und eine wunderschöne Fahrt in Küstennähe gemacht. Cork war unser Ziel, weil die Kontrolle im fracture department der Universitätsklinik anstand. Der Gips wurde gewechselt, ein Röntgen gemacht und ihr betreuender Arzt war durchaus zufrieden. Der Gips drückt auch etwas weniger. Eine Operation ist derzeit vom Tisch. Der nächste Besuch ist für den 9. Juli geplant, wir haben daher den Rückflug für den 11. Juli geplant und jetzt geht es an die Vorbereitung der nächsten Woche, weil Carmel Lee ja mit ihren 7 Mutmacherinnen nach Partry House fährt, aber nicht wie geplant selbst Auto fahren kann. Es bleibt also weiter spannend.

Tag 30 🇮🇪 26. Juni 2025
Der Tag war ruhig, Haushalt, Einkaufen, einen Braten braten, essen. Umso aufregender war der Abend. Zuerst Ballydehob, ein entzückender kleiner Ort etwas westlich von Kilkilleen und bekannt für seine Musik-Gigs, vor allem at Levis. Dort haben wir

gehört. Na dann sprecht den Namen mal aus, geht schon!
Er macht Musik, ist Poet und Philosoph und hat ein Buch geschrieben. Das mus ich aber erst lesen, covert aber die Irische Zeitgeschichte, er ist Bj 1955. Er ist ein Ruderer, von Irland nach Island oder durch die Biskaya nach Nordspanien. Ist vielversprechend.

Das war aber noch nicht aller Abende Ende, wir haben uns noch ins Minihan’s verlegt, gleich oberhalb von Carmel’s View. Donnerstags ist dort immer singalong. Herrlich. Alle singen Soli acapella oder mit Begleitung von Geigen, Bratsche, tin whistle und Gitarre.

Samt singendem Barkeeper

Tag 31 🇮🇪 27. Juni 2025
Nun haben wir endlich die Flüge nach Hause gebucht. Es wird der 11. Juli werden, denn am 10. geht kein Flug zurück von Cork. So sparen wir uns Frankfurt, wo Carmel Lee heuer ohnehin schon zweimal in 48 Stunden hängen geblieben ist. Da ist uns der Umstieg in Zürich lieber. Daher haben wir heute auch eine Packorgie gemacht. Wenn man mit dem Auto unterwegs ist fallen ja alle Hemmungen, da gehen immer noch ein Paar Schuhe, eine zusätzliche Jacke und die Gummistiefel unter den Sitz. Jetzt muss aber alles per Flugzeug nach Wien. Eine logistische Herausforderung.
Abschiedsbesuche bei Grace, die uns nach dem Unfall so viel geholfen hat und bei unserer Nachbarin Cathleen, die vorletztes Jahr einen 47jährigen Sohn verloren hat, sind auch absolviert, da fehlt nur noch das Abschiedsessen im Church Restaurant. Siehe 12. Juni. Absolut köstliches Feather-Steak (ein fast pulled beef, so herrlich weich) und Fish’n Chips mussten es sein. Nachtisch hatte leider keiner mehr Platz, derselbe wurde schon von 2 pints of Murphy beansprucht und eingenommen.
Der Absacker war dann bei


was „bei mir z’Haus“ bedeutet – und das man im Hinterhof des Hinterhofes in der Nebenstraße ums Eck hinter dem Olympiaplatz neben dem Kanal erst einmal finden muss.
Tag 32 🇮🇪 28. Juni 2025
Das Frühstück fand heute am Wochenmarkt in Skibbereen statt. Wir lieben das. Könnten dort Stunden verbringen.


Dann war es Zeit Abschied zu nehmen von Sandra & Andrew und von Alex. Da es ja schon mal auf dem Weg liegt und der Gips Carmel Lee weh getan hat seit dem Wechsel und weil auch die Hand angeschwollen war, haben wir einen Boxenstopp in der Klinik in Cork eingelegt. Es waren wieder alle so nett und entspannt, obwohl jede Menge Menschen in der Notaufnahme waren. Zum Glück war alles in Ordnung, sie hat einen neuen Straps für den Arm bekommen um ihn höher zu schnallen und off we went to Baile Atha Cliath, der Stadt an der Furt der Schilfhürde, auch als Dublin bekannt. Was schwarzer Teich bedeutet. Auch nicht hübscher.
Hier sind wir bei Orla & Bernard zu Besuch, die uns in ihrem super tollen neuen Haus verwöhnen und uns zu einem ausgezeichneten Italiener entführt haben. War mal ein Unterschied, aber die Jakobsmuscheln sind aus der Irischen See und so oder so köstlich.
Tag 33 🇮🇪 29. Juni 2025
Die nächste Phase unserer Reise hat begonnen, wir haben uns aufgeteilt. Nach einem gemütlichen Plausch beim Frühstück mit Mairead und Bernhard über Gaelic mit äußerst wertvollen Tipps für links im Internet (siehe: https://www.teanglann.ie/en/fgb/boy und https://www.logainm.ie/en/) habe ich Carmel Lee zum Bahnhof gebracht und die Einarmige an Melanie übergeben, dann bin ich schnell zum Flughafen gefahren, wobei seine Flug-Verspätung Tobias die Wartezeit erspart hat.
Einen kleinen Ausflug nach Kildare, dem Kloster der Hl. Brigid (und ihrer Keltischen Vorläuferin als Göttin gleichen Namens – was für ein Zufall) haben wir auch noch eingebaut.

Die Peter Treymane – Liebhaber unter uns wissen, dass die Hauptdarstellerin seiner historischen Krimis, Schwester Fidelma, hier studiert hat. Für die (noch) nicht Eingeweihten: Wir sprechen vom 7. Jahrhundert.
Fidelmas Universität links im Vordergrund, rechts die Kirche:

Der Goldene Halsreif der Nasc Niadh, der Elite-Leibwache der alten Könige und Vorfahren der heutigen Garda. Sagt die Garda.

Am frühen Abend haben wir unser Ziel, ein kleines Gehöft am Lough Derg, erreicht und sind schnell wieder losgezogen um im Half Barrel in Whitegate endlich etwas (wieder einmal zu üppig) zu essen.

Tag 34 🇮🇪 30. Juni 2025
Wir erkunden die nähere Umgebung und da drängt sich nach einem Full Irish Breakfast in Portumna eine Reise nach Clonmacnoise auf. Diese Klosteranlage mit dem Beginn Mitte des 6. Jahrhunderts ist äußerst beeindruckend. So viele kleine und größere Kirchen, Ein Meer von Steinkreuzen, ein Friedhof, der seit 1500 Jahren bis heute benutzt wird. Auch das kleine, aber sehr spannend und informativ gestaltete Museum hat uns gut gefallen.


In Athlone ist ein Besuch in Sean’s Pub eine absolute Notwendigkeit, es ist sowieso cool, aber auch das älteste Pub Irlands (gegründet 900AD) und damit wohl der Welt.

Den massiven Regenguss beim Frontendurchgang einer Tiefdruckrinne haben wir bei Guinness-Beef abgewettert, das war ein Genuss!

Carmel Lee hat ihre gesamte Gruppe der Mutmacherinnen in Partry House versammelt.

Tag 35 🇮🇪 01. Juli 2025
In 6 Monaten ist dieses Jahr auch schon wieder Geschichte. Zwischenzeitlich haben wir nach einem kräftigen Frühstück in Loughrea die quirlige Stadt Galway besucht und uns den ganzen Nachmittag dort herumgetrieben und treiben lassen. Abgesehen von unserer Shopping-Tour waren wir Bildungsbürger auch im Museum. Eintritt frei, wie im Wien Museum und vielen verschiedenen Themen zugeordnet. Man kann also immer wieder hingehen und wie in einem Lexikon nachschauen. Eben wie im Wien Museum.
Es gibt dort auch einen original Galway Hooker, sehr cool den aus der Nähe zu sehen, wie auch das Zeitraffer-Video vom Bau eines solchen.

Wir haben uns die Keltische Geschichte vorgenommen und das Brehon Law, das mich ja schon die letzten Jahre fasziniert, weil es mit Wiedergutmachung und Ausgleich arbeitet und nicht mit der grauenvollen Bestrafung des Römischen Rechts.
Carmel Lee war mit ihren Damen in Kylemore Abbey & Gardens und in Clifden, einem wirklich sehr idyllischen Örtchen.

Tag 36 🇮🇪 02. Juli 2025
Wir haben uns heute eine sehr lange Tour vorgenommen. Vor allem die single track roads mit 80km/h in beiden Richtungen sind immer wieder eine Herausforderung, aber ich habe soweit meine Selbstsicherheit wieder, dass ich das gut fahren konnte. Nach einem sehr netten Frühstück in einem neu eröffneten Cafe in Scarriff

sind wir zu den Cliffs of Moher gefahren. Beeindruckende Fels-Formationen, tolle Flugmanöver der Eissturmvögel, ein informatives Visitor-Center und zuviele Menschen.

Weiter ging es dann durch The Burren, auch mit einem sehr guten Visitor-Center, auch beeindruckende Landschaften.
Etwas enttäuscht waren wir, dass die Wedge-Tombs und die Steinkreise zwischen gar nicht und nur sehr weit weg zu sehen waren. Dafür wurden wir mit einem Kleinod belohnt, das gar nicht auf unserer Agenda lag: Kilmacduagh. Im 7. Jahrhundert von St. Colman MacDuagh gegründet und ist ein kleines Clonmacnoise ohne Menschen. Zwischen den Kirchen grasen die Rinder. Idyllisch.


Tag 37 🇮🇪 03. Juli 2025
Es ist schon wieder Zeit Abschied zu nehmen. Es war eine besonders schöne Gegend, sehr gepflegte Bungalows mit jeweils einem botanischen Garten davor. Das Fahren allerdings ist mühsam mit den schmalen Straßen.
Ich habe den Hinweis bekommen, dass der Blog sehr langsam ist, weil meine Bilder zu groß sind. Bis ich die verkleinert habe dauert es aber etwas, daher verzichte ich zur Zeit auf Bilder um wenigstens den Fluß der Informationen nicht zu bremsen.
Heute haben wir den Rock of Cashel (wieder) besucht, aber für Tobias war es ja das erste Mal und Cashel als Sitz des wichtigsten Königreiches Munster muss man gesehen haben. Auf dem Weg dorthin haben wir Brian Boru’s Fort besuchen wollen, es liegt am Ausfloss des Shannon aus dem Lough Derg, aber es gibt in 3 km Umkreis keinerlei Möglichkeit das Auto zu parken. Daher mussten wir darauf verzichten.
Nachmittags ist Tobias dann von Cashel mit dem Expressbus 245X nach Dublin gefahren und hat unser AirBnB bezogen und den Abend in Dublin alleine verbracht.
Carmel Lee hat mit ihren Mutmacherinnen weiter die Steinkreise und alten Stätten von Connamara erkundet , die waren toll und sehr stimmungsvoll. Ich bin nach Bandon weitergefahren, wo morgen meine Gerichtsverhandlung stattfinden wird.
Tag 38 🇮🇪 04. Juli 2025
10:30 Bandon Courthouse. Es hat sich einige Zeit hingezogen, viele Versicherungsvergehen – in Irland ist jeder FAHRER eines Autos versichert, nicht der Wagen selbst. Man kann sich also nicht einfach das Auto des Freundes ausborgen oder mit dem Auto der Frau fahren. Messerstecherei, Kampfhunde frei herumlaufend, Sozialbetrug, alles mögliche wird dort alle zwei Wochen verhandelt. Meine Frau Rat („yes, judge, no, judge“) war aber einsichtig. Mein Solicitor Eamon Flemming plädierte für die Herabstufung von §53 dangerous driving auf §52 careless driving, was das behalten des Führerscheines bedeutete und ich wurde zu einer Strafe von 300E€ verurteilt. Das vergleichsweise milde Urteil habe ich angenommen, bin ein freier Mensch und nicht vorbestraft. Das wichtigste ist aber, dass (außer Carmel Lee mit ihrem gebrochenen Arm) trotz der Schwere des Unfalles niemandem etwas passiert ist.
Für mich ging es dann sehr entspannt weiter nach Dublin zum Entspannungsbier beim Ferrymaster und anschließendem Abendessen mit Musik im Old Storehouse mit einem Absacker im Joyce Room bei Madrigan’s. Das muss einfach sein.
Tag 39 🇮🇪 05. Juli 2025
One day in Dublin. Das Zimmer reicht gerade zum Schlafen, alles da, aber kaum Platz und nach dem Aufstehen will man gleich einmal weg. Frühstück in einem der Cafés um die Ecke, dann Stadtbummel. Mittags ist Carmel Lee mit den drei restlichen Mädels eingetroffen, 4 sind schon heute vormittags geflogen. Sie ist dann weiter mit ihnen Essen gegangen und Tobias und ich haben uns mit dem Besuch von EPIC, dem Irischen Auswanderungsmuseum samt Besuch der Brigg „Jeanie Johnston“ viel vorgenommen. Von unserem Guide Ronan haben wir sehr viel gelernt und die Ausstellung selbst ist didaktisch großartig gestaltet und liefert Stoff für mehrere Besuche.
Anschließend war Familienzusammenführung im Old Ferryman. Heute war das All Irish Hurley Final, Dublin vs Cork, die Gäste haben haushoch gewonnen. Die massiv sichtbaren Fans sind recht zivilisiert und die Roten (Cork) und die Blauen (Dublin) trinken gemütlich ein Bier miteinander. Die Pubs sind zum Bersten voll, die Straßen davor ohnehin blockiert.
Heute haben wir die drei Damen ins Old Storehouse geschickt und selber beim St.Stephen’s Green im Foley’s endlich Sheperd’s pie gegessen. Der Absacker – bei mir am letzten Abend in Dublin schon Tradition – im Mulligan’s, wo auch Leopold Bloom seinen letzten drink genommen hat.
Tag 40 🇮🇪 06. Juli 2025
Tag der Abreise. Carmel Lee’s letzte Mädels sind heute abgereist, wir sind wieder vereint und nach einem gemeinsamen Frühstück und Stadtbummel haben wir Tobias zum Flughafen gebracht und er ist mit zwei Stunden Verspätung mit Ryan Air in Wien gelandet.
Wir haben uns zunächst in den SW Dublins begeben und Emma und Eoin MacGuinnes besucht (wunderbare scones!) bevor wir in die Wicklow Mountains weitergefahren sind, wo wir die nächsten Tage bei Orla O’hEocha & Bernard Murphy verbringen werden. Beim Abendessen – die Grillerei wurde uns leider verregnet – haben wir wieder viel über Irlands Geschichte erfahren, insbesondere auch über The Troubles und die Zukunftsaussichten beider Irlands. Sehr spannend für uns Geschichtsinteressierte.
Tag 41 🇮🇪 07. Juli 2025
Die Irische Gastfreundschaft ist sprichwörtlich und wir begegnen ihr tagtäglich. Die Hilfsbereitschaft hat sich aber heute wiedereinmal gezeigt, dass ich erstaunt und berührt war: Bernard und ich gingen zu TESCO einkaufen und hatten keine Münze für das Wagerl. Das hat eine junge Frau mitbekommen und mir – einfach so – einen Euro in die Hand gedrückt, damit ich einkaufen kann und ist lächelnd weitergegangen.
Unsere Damen wurden im Nagelstudio verschönert, durch den Gips kann Carmel Lee ja gar nichts beitragen. Anschließend haben wir mit 150 t einen der größten Megalithen Irlands besucht, sehr beeindruckend.

Überhaupt ist das hier eine seit langem bewohnte Gegend, früher auch reich an Kupfer und daher in der Bronzezeit ein stark kultiviertes Land, aber auch schon davor, wie die vielen Raths, Ringforts auf den Bergen, beweisen. Allein hier in der Gegend sind 9 davon, alle sehr groß, noch zu sehen.
Tag 42 🇮🇪 08. Juli 2025
Nach einem langen Schlaf und nach einem gemütlichen Lese-Vormittag sind wir nach Glendalough ausgeflogen, das Tal der zwei Seen (Glen dha lough). Es ist eine der wichtigsten Irischen Sehenswürdigkeiten, gegründet in den frühen 600er Jahren von St. Kilian, in der Anlage verschieden, aber im Prinzip große Friedhöfe mit vielen kleinen Steinkirchen und einem beeindruckend gut erhaltenen Roundtower. Der ca 5km lange Spazierweg zu den beiden entzückend gelegenen Seen durch romantische Wälder war genau das Richtige für heute.

Der Abend ist auf der sonnigen Terrasse bei viel Vogelgezwitscher sehr schön ausgeklungen. Der Virgin G&T und später der Shiraz zum Käse hat auch dazu beigetragen.
Tag 43 🇮🇪 09. Juli 2025
Tag der Gipsabnahme! Auf dem Weg von Wicklow nach Cork haben wir die mittelalterliche Stadt Kilkenny besucht, ist nochmals einen Extratag wert. Schloß, Abtei, Stadt, Designcenter und Butler House brauchen noch einmal Aufmerksamkeit.

Es war wieder sehr nett in der Klinik in Cork, der Gips wurde abgenommen, es tut jede Bewegung noch weh, aber es ist schon eine starke Erleichterung. Es steht auch keine Operation an, aber Physiotherapie ist jetzt essentiell.
Sandra und Andrew haben uns einen wunderbaren Empfang geboten, vom G&T, heute haben wir auf die Virgin verzichtet, über Champagner, Petersfisch und Zitronentarte bis Sonnenuntergang und Vollmondaufgang war alles perfekt.

Eine besondere Überraschung hatte Andrew noch für uns bereit, siehe:
Austrian doctor forgot to drive on the left before head-on collision in Cork
Bandon District Court heard that the doctor had behaved honourably in the circumstances, was fully insured and stayed at the accident scene
https://www.echolive.ie/corknews/arid-41665127.html
Tag 44 🇮🇪 10. Juli 2025
Ein prachtvoller, warmer, absolut windstiller Morgen in der Roaring Water Bay. DER Tag schlechthin um um 07:30 bei ablaufendem Wasser mit den Kajaks in die Bucht hinaus zu paddeln. Bei den kleinen Inseln warteten schon die Seehunde auf uns, ein gutes Dutzend ist um uns herum und mit uns mit geschwommen. Am anderen Ufer der Bucht haben wir das großartige Anwesen von Saoirse Ronan besucht und auf dem Rückweg Kilkoe Castle, den Wohnsitz von Jeromy Irons. Er hat das Towerhouse so liebevoll restauriert, es ist eine Freude.

Nach 2,5 Stunden und 7,5 km waren wir dann zum ausgiebigen Frühstück zurück. Die nächsten Stunden haben wir dem Kofferpacken gewidmet. Ist ja nicht so einfach, wenn man glaubt mit einem großen Auto unterwegs zu sein und jetzt alles Flugzeug gerecht packen muß.

Eine Anschlussrunde auf dem auf dem Donkey View Golf Course ® by Andrew Paul war auch noch drinnen und hat viel Spaß gemacht.
Abends waren wir in der Farm Kitchen nahe Owenahincha Beach und haben in idyllischem Ambiente mit Ciaran & Sharon, Andrew & Sandra großartig gegessen.
Tag 45 🇮🇪 🇨🇭🇦🇹 11. Juli 2025
Auch der ereignisreichste Urlaub geht einmal zu Ende, wobei wir uns schon gefragt haben, warum eigentlich? Es ist gerade jetzt so herrlicher Hochsommer hier. Es gibt zwar wegen der hohen Temperaturen (tagsüber 25° und nachts noch 16°)Hitzewarnungen und erhöhte Brandgefahr, aber diese angenehmen Temperaturen und eine leichte Brise umgeben von all dem Grün und all den Blüten ist nur schwer hinter sich zu lassen.
Aber wir haben beschlossen jetzt einmal in Wien/Waldviertel zu sein und auch wegen Carmel Lee’s Arm weitere Untersuchungen zu machen. Es wird nicht besser und es schaut nach einer Behinderung im Ulnaris-Nerven aus, obwohl sie keine Pamstigkeit und keine Sensibilitäts-Störungen hat. Aber was weiß ich schon als Neurologe, da müssen die Spezialisten dran und in Wien haben wir schon Termine vereinbart.
Edelweiß hat uns pünktlichst, freundlichst und mit Bordservice (!!) von Cork nach Zürich geflogen, nach einem kurzen Stopp sind wir um Mitternacht mit Austrian in Wien gelandet und mit einem Minibus nch Haue gebracht worden. Wir hatten 6 größere Gepäckstücke mit insgesamt fast 100kg. Dabei sind die e-Trolleys und die Küchenutensilien ohnehin in Kilkilleen geblieben. Im Auto kann man ja immer noch etwas mitnehmen. Die Hälfte von dem ganzen Zeug haben wir nie gebraucht. Wieder was gelernt.
SCHLUSSBEMERKUNG

Ereignisreich war es, das kann man wohl sagen.
We are alive, das ist das Wichtigste und es hätte anders kommen können.
Wir haben aber auch so viel Hilfsbereitschaft, Zuneigung, Freundschaft, Unterstützung, Lachen, Freude und Ausgelassenheit erlebt, dass es auch deshalb ein Ereignis war.
Der Blick auf das weitere Leben, was will ich eigentlich, was will ich noch, was kann ich wirklich auslassen, hat sich auch gefestigt und so kann ich nun zum Schluß sagen:
SCHÖN WAR’S
Und damit ist der Blog nun beendet. Vielleicht mach ich ja wieder einmal so einen, denn ich habe viel gutes feedback bekommen und die Art der Mitteilung wurde im Freundeskreis gut angenommen.
Danke Euch für’s teilhaben